Schwitzen – die Grundlage einer unglaublichen Erfolgsstory

Ein Rückblick: Als unseren afrikanischen Urgroßvätern und -müttern wegen zu heißer Sommer immer mehr Bäume wegstarben und sich somit die Savanne ausdehnte, wurde das ursprüngliche Futter knapp. Also fielen die affenähnlichen Wesen von den Bäumen, um dann am Boden auf die Jagd zu geben. Blöd nur, dass die im Vergleich zu anderen Tieren in Sachen Kraft und Schnelligkeit irgendwo im Mittelfeld rumdümpelten. So musste sich der prähistorische Mensch mit dem zufrieden geben, was die anderen Wildtiere von der Beute übrig ließen. Und das war Hirn und Rückenmark, weil es von Knochen umhüllt war.

Aber den Vorfahren muss es gelungen sein, Schädel und Wirbelknochen zu öffnen. Der Inhalt war unglaublich wertvoll: Hirn und Rückenmark bestehen fast vollständig aus Eiweiß und besonders hochwertigen Fetten (nein, nicht aus Kohlenhydraten). Diese sehr hohe Energiedichte ermöglichte in den nachfolgenden Jahrtausenden eine Verkleinerung des Verdauungstrakts und eine starke Vergrößerung des Gehirns. Letzteres half bei der Entwicklung effektiver Jagdtechniken in der Gruppe. So kam es selbst zur Überlegenheit gegenüber stärkeren, schnelleren Tieren. Doch das reichte noch nicht aus …

Zum Erfolg geschwitzt
Stärkere und schnellere Tiere haben meist etwas dagegen, wenn sie zur Erhaltung der Menschenrasse angeknabbert werden. Also wehren sie sich oder rennen einfach weg. In der Gruppe konnten die Menschen stärkere Tiere mit Taktik ins Jenseits befördern. Für die schnelleren Tiere schaffte der Mensch eine weitere Grundlage des evolutionären Erfolgs: Er verlor sein Fell. Und er begann auf der Haut Wasser zu verdunsten: Er transpirierte! Warum? Kalorien zu Bewegungsenergie umgewandelt wird, entsteht Wärme. Die heizt den Körper auf. Je mehr Wärme als „Bewegungsabfall“ produziert wird, desto langsamer wird das Lebewesen, um sich vor einer Überhitzung zu schützen.

Einige Tiere schwitzen auch. Das Pferd zum Beispiel. Nach vielen Kilometern zügigem Tempo muss es sich entscheiden zwischen weiterlaufen oder wegen Überhitzung tot umzufallen. Da der Mensch sehr gut Wasser auf seiner felllosen Haut verdunsten lassen kann, kühlt er schon während des Heißlaufens sehr effektiv herunter und ermöglicht so Laufstrecken bei moderatem Tempo, die kein Tier der Welt auch nur annähernd auf zwei oder vier Beinen schafft. Die Beute wurde schlicht in den Hitzetod gelaufen. Und so stand es als Futter für das wachsende Hirn zur Verfügung, das immer klüger wurde. Bis es Waffen und Fallen erfand, was weniger Lauferei erforderte.

Laufend den Genen Beine machen …
Heute hat unser Hirn das Kommando vollständig übernommen und veranlasst unsere Beine zur maximal möglichen Regungslosigkeit, damit wir nicht unnötig Kalorien weghampeln. Das fördert Krankheiten und Abbau ungenutzter Strukturen wie z.B. Knochendichte, Knorpeln und Muskeln.

Doch die Beinarbeit ist tief in unsere DNS geschnitzt. Laufen macht den (gesundmachenden) Genen Beine. Wer bisher noch nicht läuft, aber ganz langsam beginnt und die folgenden vier Wochen den Kampf mit dem Schweinehund aufnimmt, wird nicht mehr aufhören wollen. Das ist erlebte Realität. Starte mit zehn Minuten in deinem Wunschtempo. Und erhöhe jede Woche um fünf Minuten. Mach es einfach!

Und wenn du auch mal außerhalb des Sports stark schwitzt, dann erinnere dich dankbar daran, dass das Hirn nur wegen dieser (heute in bestimmten Situationen wortwörtlich überflüssigen) Eigenschaft Maximalgröße erreichen konnte.