Der obligatorische Geburtstagskuchen, Plätzchen und Lebkuchen zu Weihnachten, der Sekt zum Neujahr, Schokoeier zu Ostern, Pizza und Bier zum Fußball-Fernsehabend … diese Rituale werden meist von Generation zu Generation weitergegeben. Und somit verbinden wir Kalorienbomben, Dick- und Krankmacher mit positiven Emotionen, Geselligkeit und nicht zuletzt Gemeinschaftsgefühl. Gerade diese Gruppengefühle waren schon im Herdenprinzip der Steinzeit überlebensnotwendig. Denn nur die Gruppe war stark und konnte den Säbelzahntiger abwehren oder das Mammut erledigen. Der Einzelkämpfer hatte kaum eine Chance.
Wenn wir uns heute als Eigenbrötler diesen Ritualen entziehen, verhungern wir zwar nicht mehr. Doch wer sich gegen Rituale stemmt, muss sich oft gegen die Herde verteidigen, die versucht, den „Ausgerissenen“ wieder „zur Vernunft“ zu bringen. Da braucht es schon ein starkes Selbstwertgefühl, um sich nicht wieder einfangen zu lassen! Der Grund für die Intoleranz der Gruppe liegt sicherlich an deren Angst, dass der Zusammenhalt bei einer Aufweichung der Rituale nicht mehr funktioniert. Ein Auflösen der Gruppe wird von tiefliegendem Unwohlsein bzw. Angst begleitet. Daher werden alle möglichen Argumente gegen den „Außenseiter“ verwendet.
Sicher bringt ein Sekt zu Silvester oder der Geburtstagskuchen der Kollegin noch keine zusätzlichen Kilos auf der Waage. Doch wo liegt die Grenze? Denn diese Rituale sickern auch in den Alltag: Abends brauche ich mein Weinchen, zweimal die Woche muss es einfach Fast Food sein.
Lösungsansatz: Hinterfrage, ob du Rituale auch gesünder gestalten kannst. Also Füllstoffe (= Nahrungsmittel, die eben nicht nähren, weil sie meist aus billigen Industriefetten, Zucker und Salz bestehen) durch besonders gesunde Leckereien ersetzen.
Um einige Beispiele zu nennen:
- frisch gepresster O-Saft statt Sekt zum Geburtstag
- Obstsalat oder Obstkuchen statt Torte
- selbstgemachte Weihnachtskekse mit wenig Zucker statt Industrielebkuchen
Das stößt bei dir auf Widerstand? Alles andere wäre auch sehr verwunderlich! Denn dein „Schweinehund“ hat (noch) Bedenken, dass die mit den Füllstoffen verbundenen Emotionen mit in die Tonne gekickt werden. Oder Sie beim Auftischen der Alternativen Hohn und Spott ernten. Und der letzte Punkt ist eigentlich der Entscheidende:
Stell dir Folgendes vor: Du kommst an deinem Geburtstag mit einem richtig leckeren, cremigen Obstquark an. Und die meisten Kollegen sind völlig begeistert, weil sie auch keine Lust auf ständig Kuchen haben, sich aber nicht trauen, an ihrem eigenen Geburtstag etwas anderes aufzutischen. Den wenigen, die ihre Nase rümpfen und einen dämlichen Kommentar loswerden müssen, konterst du einem netten Satz wie: „Ich bin ein Jahr älter geworden und ich bin gesund. Das will ich auch bleiben. Deshalb gibt es was Gesundes. Sozusagen als ,Danke schön!` für meine Gesundheit. Und ihr bekommt auch was ab, damit ich in ein paar Jahren noch mit Euch allen bei bester Gesundheit meinen Geburtstag feiern kann.“
Fang an, ein einziges Ritual deiner Wahl zu verändern! Teste, ob es dir DANACH besser oder schlechter geht. Mache eine emotionale Erfahrung! Diese könnte möglicherweise dazu führen, dass du auch andere Rituale in Frage stellen wirst.
Bleib gesund! Und gib anderen Menschen etwas von deiner Gesundheit ab.



