Das war auch eine logistische Herausforderung: Mein Tourteam fuhr voraus, um rechtzeitig an den Veranstaltungsorten zu sein und den Aufbau des Bühnenbildes zu koordinieren. Ich fuhr per Bahn (fast immer pünktlich!) hinterher. Und jeden zweiten Tag setze ich alles daran, mein Krafttraining in einem Fitness-Studio vor Ort zu machen. Das war stellenweise nicht einfach. Aber wo ein Wille ist, gibt es immer einen Weg zu den schweren Gewichten.
Gut zu Fuß
Apropos „Weg“: Ich startete zu Beginn der Tournee einen Selbsttest, dessen Ergebnis ich jetzt gerne teilen möchte: Sehr viele Wege erledigte ich zu Fuß. Zum Beispiel den Weg vom Hotel zum Veranstaltungs-Venue, meist 2 km hin, 2 km zurück. An meinem freien Tag, den ich am 10. Mai in Frankfurt verbrachte, kam ich auf circa 11 km zu Fuß – nicht gejoggt! Zudem absolvierte ich an diesem Tag noch „zwischendurch“ ein knallhartes Beintraining in einem Fitness-Studio. Als Kino-Fan konnten sich aber meine Beinchen abends im Kino bei den beiden Filmen „Ohne Limit“ und „Thor 3D“ bestens regenerieren (wer auf Action steht: beide sehr zu empfehlen). Denn die schaute ich im Sitzen. Und auch nicht gleichzeitig. Sondern nacheinander
Die Erfahrung, diese Strecken zu Fuß zu gehen, zudem keine einzige Rolltreppe und keinen Fahrstuhl benutzt zu haben, möchte ich auch dir – mal wieder – ans Herz legen. Gut … ein alter Tipp. Aber es genügt eben nicht, ihn bloß zu kennen. Du musst es erleben, fühlen. Es gibt sicherlich für einen kurzen Zeitpunkt eine Auseinandersetzung zwischen dir und deinem Schweinehund. Aber tue es einfach! Nicht darüber nachdenken. Lauf los.
Optimal verpflegt
Und das Essen unterwegs? Teilweise war es einfach, teilweise auch nicht: Sich im Hotel etwas Gesundes zum Frühstück zusammen zu stellen, ist leicht. Bei mir gab es praktisch täglich zuerst einen Obstsalat, dann zwei Brötchen mit sehr viel Quark und ein bisschen Konfitüre oben drauf. Manchmal gab es auch ein Schokomüsli und etwas öfter ein Birchermüsli (nein … nicht ein Bierchen mit Müsli) statt der Brötchen. Dass ein Milchkaffee oder Latte Macchiato nicht fehlen darf, weiß jeder, der mich schon besser kennt!
Mittags (unterwegs im Zug und auch unzähligen Bahnhöfen) wurde es ein bisschen schwerer: Es ist unvorstellbar, welcher Nahrungsschrott überall angeboten wird. Und ich sah hunderte Menschen mit „schwebenden Mahlzeiten“ (also Essen beim Laufen). Ob die das genießen? Ich bezweifle das … Aber auch im Dschungel des Nahrungsschrotts gibt es ein paar Perlen zu finden: kleine Supermärkte, in denen ich Obst, Milchprodukte und Vollkornbrot kaufen konnte. Gegessen wurde im Zug, wo ich selbstverständlich konsequent auf die mehrmals angebotenen „Knabbereien und Süßigkeiten-Aufmerksamkeiten” verzichtet habe. Ich leide doch nicht unter Nasch-Demenz!
Beim Veranstaltungsort angekommen war es dann besonders einfach: Ein kleines Buffet, auf dem es alles gab, was gesund ist, wartete auf mich: Obst, Käse, Putenbrust, Vollkornbrot, Kräuterquark, 20%-Quark, geschnittenes Gemüse (gut für Männer!). Hier packte ich immer eine Kleinigkeit für nach der Show im Hotel ein. Ca. 90 Minuten vor Show-Start gab es Dinner mit meinem Team. Hier wurde obligatorisch „Lachs mit viiieeeel Gemüse“ bestellt. Immer dann, wenn es verfügbar war. Ansonsten wurde Lachs durch Pute ersetzt. Beilagen? Wurden praktisch immer weggelegt.
Solidarisch

Darf ich vorstellen? Mein Tournee-Team von links nach rechts: Mara, meine Tourmanagerin (koordiniert Interviews, Signierstunden, Merchandiesing etc). Dann Henrik (Video-Techniker) und Lars (Ton-Techniker). Beim "Dinner before show" in Dresden.
Interessant fand ich: Meine Tourmanagerin Mara und meine beiden Techniker-Jungs Hendrik und Lars haben sich praktisch genau so ernährt wie ich. Die ganze Tour über. Die habe ich wohl angesteckt. Denn es gab keine Vorgabe, die das zur zwingenden Voraussetzung machte
. Und die fanden das lecker, sehr sattmachend und wohl richtig gut! Wer hätte das gedacht? Ich … und du auch, oder? Es versteht sich von selbst, dass ich neben meinen obligatorischen Latte Macchiatos täglich ausschließlich Wasser getrunken habe. Und zwar sehr viel (du glaubst nicht, wie anstrengend und schweißtreibend die Action auf der Bühne sein kann!). Einmal gab es ein Glas Rotwein. In Dresden. Als ich mit meinem Team noch in der Bar des Hotels gefeiert habe. Nein, ich bin nicht generell gegen Alkohol. Doch aus Solidarität mit meiner Frau trinke ich seit der Schwangerschaft und nun während der Stillzeit praktisch nichts: drei Gläser Wein in knapp zwei Jahren – ich bin ein Streber, ich weiß. Aber einer muss ja vorangehen …
Prinzessin auf der Erbse?
Schlafen? Im Hotel? Jede Nacht in einem anderen Bett? Das ist wohl der größte Krafträuber gewesen! Meist brauchte ich nach der Show noch zwei Stunden zum Runterkommen. Und da ich ja auf Alkohol verzichte (obwohl ich nun durchaus ein bisschen besser verstehe, wenn Künstler sich abends besinnungslos saufen, um besser schlafen zu können), sah ich lieber noch ein bisschen UNTENhaltung im Fernsehen an oder genoss auch die Serie „Stromberg“, die ich als DVD mit dabei hatte. Toller Schauspieler, der Christoph Maria Herbst!
Nun werde ich mit meiner Familie eine Woche Urlaub machen. Heißt: nach 24 verschiedenen Hotels geht es nun eine Woche in ein Urlaubs-Hotel. „Langsamer Entzug“, sozusagen. Dort werde ich die vielen Eindrücke reflektieren und Kraft tanken. Denn über den Sommer stehen neue, herausfordernde, großartige Projekte an. Damit mein Team und ich dich weiter mit dem Lebensgefühl „Ich bin dann mal schlank“ begeistern und noch viel mehr Menschen anstecken können.
Feedback
Eine große Bitte habe ich: Wenn du bei einem der 24 Auftritte dabei warst, wäre ich dir dankbar, wenn du in ganz wenigen Worten beschreiben könntest, was dir besonders gefallen hat oder was verbessert werden könnte. Schreibe uns einen Kommentar unter dem Artikel. Mein Team und ich werden auch in Zukunft alles daran setzen, dir einen praxistauglichen, amüsanten und gesunden Leitfaden an die Hand zu geben. DANKE!



