Ich erzähle euch sicherlich nichts Neues: Cola, Limo und Schokopudding gehören nicht gerade auf den Speiseplan von Menschen, die ein paar Pfunde los werden wollen. Aber zum Glück gibt es ja eine Möglichkeit, zumindest ansatzweise, trotzdem in den Genuss solcher Leckereien zu kommen – und zwar ganz ohne schlechtes Gewissen. Die Kennzeichnung “Light” verspricht wahre Wunder: voller Geschmack, aber trotzdem null Kalorien. Nur 0,1 % Fett, aber dennoch cremig. Wie genau funktioniert das eigentlich? Und hält der Inhalt denn auch immer, was das Etikett verspricht?
Die Antwort ist Jein! Klar, zu der Bezeichnung “light” greifen die Produzenten dann, wenn sich ihr Produkt durch das Fehlen eines Dickmachers auszeichnet. Aber wohlgemerkt nur eines Dickmachers. Nur weil weniger Zucker oder stattdessen Süßstoff in einem Pudding enthalten ist, bedeutet das nicht automatisch, dass das beispielsweise auch für Fett gilt. Ein genauer Blick auf die Nährwertangaben ist also Pflicht! Denn für das Prädikat “light” gelten längst nicht so starke Restriktionen wie für zum Beispiel das Bio-Siegel. Eigentlich sagt es nur aus, dass sich das ausgewiesene Produkt durch mindestens einen reduzierten Inhaltsstoff vom Ursprungsprodukt unterscheidet. Nicht mehr und nicht weniger. Dementsprechend großzügig verfährt die Lebensmittelindustrie dann auch mit der Verteilung dieser Auszeichnung.
Aber auch abgesehen von diesem Fallstrick eignen sich Light-Produkte nur bedingt zum Abnehmen. Kein Wunder, denn ursprünglich wurden Lebensmittel dieser Art für Diabetiker und nicht für Menschen im Diätwahn entwickelt. Wenige oder keine Kalorien sind natürlich eine tolle Sache. Allerdings bleibt dabei meistens der Geschmack und somit der Spaß beim Essen auf der Strecke. Fett und Zucker sind wichtige Geschmacksträger, die man in den “abgespeckten” Varianten oft schmerzlich vermisst – auch ist der komplette Verzicht auf Fett und somit auf die Vitamine A, D, E und K schlecht für unseren Körper.
Aber das wichtigste Manko: Nur weil man Süßstoff statt Zucker isst, entwöhnt man seinen Körper nicht vom Bedürfnis nach Süßem. Das Bedürfnis kann sogar verstärkt werden und sich dann im schlimmsten Fall letztendlich doch am Süßigkeitenschrank entladen. Auch verleitet das scheinbar gute Gewissen beim Light-Speiseplan dazu, bei Mahlzeiten häufiger zuzuschlagen. Das kann im Zweifelsfall sogar richtig ins Geld gehen, denn Light-Produkte sind in der Regel teurer, weil sie durch den Entzug und Ersatz von Zucker oder Fett mehr Produktionsschritte durchlaufen als ihre “fetten” Brüdern und Schwestern.
Und die Alternative zu Light-Produkten? Iss einfach Produkte, die gar kein “Light” nötig haben. Greife zu Lebensmitteln, die von Natur aus nur wenig Zucker oder Fett enthalten. Naturjoghurt statt fettreduziertem Joghurt, Harzer Käse statt Light-Gouda, Rohkost mit Dip statt fettarmer Kartoffelchips. Und die leckeren Sünden behältst du einfach in Maßen (!) bei. Wie auch für gesundes Abnehmen gilt hier: Lieber Gewohnheiten langsam und bewusst ändern, statt Radikalmaßnahmen zu ergreifen. Oder anders gesagt: Lieber ab und zu als Belohnung bewusst, genussvoll und richtig lecker mit einem Schokopudding sündigen, als dich die ganze Zeit mit faden Kompromisslösungen über Wasser zu halten. Und diese seltenen Belohnungen dürfen dann auch ruhig mal “heavy” sein.


